Elektroplanung mit Eigenleistungen

Alles rund um die Planung mit deinem FingerHaus
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TobiSchu
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Elektroplanung mit Eigenleistungen

Beitrag von TobiSchu » Mo 6. Aug 2018, 10:23

Hallo zusammen,

wir planen aktuell unser Fingerhaus im Ausbauzustand Technikfertig. Das Ausbaupaket 1 übernehem wir selbst.
Da ich selbst aus dem Elktrobereich komme, möchte ich in diesem Gewerk gerne einige zusätzliche Eigenleistungen erbringen.
Dazu zählen folgende Dinge:
- Netzwerkkabel vom Keller aus in die Räume ziehen
- Einige zusätzliche Steckdosen in den Wohnräumen, über KNX schaltbar, installieren
- Einige Schalter gegen KNX Taster austauschen (Im vorhinein erstmal nur Kabel ziehen)

Kann mir jemand aus Erfahrungen sagen, ob es zeitlich und organisatorisch möglich ist sowas zu machen.
Ich habe schon in diversen Blogs und Foreneinträgen gelesen und im Endeffekt fünf unterschiedliche Antworten bekommen.
Gedanken mache ich mir bei folgenden Punkten:
- Abnahme der Elektrischen Anlage (könnte die Anlage auch durch einen befreundeten Elektromeister abnehmen lassen)
- Möglichkeit zum Kabel ziehen nach Hausstellung
- Lässt FH sowas überhaupt zu?

Mir ist klar, dass Fingerhaus sich über diese Eigenleistungen nicht besonder freut. Aber um für ein paar Kabel und ein paar Taster direkt mehrere Tausende Euro auszugeben, sehe ich ehrlich gesagt nicht ein.

Für eure Antworten bin ich sehr dankbar.

Gruß Tobias

Matze320d
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Re: Elektroplanung mit Eigenleistungen

Beitrag von Matze320d » Mo 6. Aug 2018, 11:07

ich hab zwar nicht mit Finger gebaut aber vielleicht ein kleiner Tip am Rande...
Ich habe alle zur Verfügung stehenden Steckdosen als Einzelsteckdosen ausgeführt. Also keine Doppel- oder Dreifachsteckdosen geplant.
Im Anschluss habe ich dann mit nem Dosenbohrer einfach Doppel- oder Dreifachdosen draus gemacht. So konnte ich viel mehr verplanen bzw die Steckdosen weiter streuen.
Ich habe Räume, die ich dimmen wollte als Tasterschaltung geplant. Im Anschluss konnte ich die Relais im Zählerkasten gegen Eltako-Tastdimmer tauschen.
Die Elektroprüfung hat vor meinen Arbeiten die Firma gemacht und von meiner Installation hab ich die Prüfung selber gemacht. So war ich sicher, dass die komplette Anlage i.O. ist.
Ich habe keine Netzwerkleitungen gelegt. wofür gibt es W-Lan. Ich habe noch nie einen festen Anschluss vermisst.
Ich kenn mich zwar mit KNX nicht aus aber auch darin sehe ich für mein Nutzungsverhalten keine Vorteile.
Ich will weder zentral Lichter steuern, keine Rollläden steuern und geschaltete Steckdosen schon zweimal nicht.

Ich finde das ist alles überteuerter Schnickschnack den man nicht wirklich braucht.
Wenn man das aber unbedingt will...

Gruß Matze

b54
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Re: Elektroplanung mit Eigenleistungen

Beitrag von b54 » Mo 6. Aug 2018, 11:46

Da Ihr ja AP1 selber macht, habt Ihr m.E. nach genug Zeit die Kabel selber zu legen. Die Abnahme macht dann natürlich nicht der Fingerhaus-Elektriker.
Wir bauten ein Medley 3.0 200B mit 2,15 mtr Kniestock, LWZ 304,KFW 55 und KNX
Status: Eingezogen !!! 03.12.2016
Unser Haus

BigNose82
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Re: Elektroplanung mit Eigenleistungen

Beitrag von BigNose82 » Mo 6. Aug 2018, 11:49

Eigenleistungen und Erweiterungen sind überhaupt kein Problem. Die Schillinge sind i.d.R. sehr hilfsbereit und stehen mit Rat (und je nach Kaffee/Brötchenlage) auch Tat zur Seite. Die Grundinstallation von FH haben wir ebenfalls möglichst breit gestreut, damit ich überwiegend nur noch auf 2,3,4-Fach erhöhen brauchte.
Aber auch Neuinstallationen sind ein Kinderspiel in dieser Art Haus. Wie du im Detail durch Decken und in Wände kommst und was dabei zu beachten ist, findest du hier in vielen Beiträgen beschrieben. Aber, wie gesagt, die Schillinge erklären dir genau wie es geht.

Wenn du das AP1 machst, wird in der Planung vorab ein Zeitfenster definiert, wann es dann mit Heizungsbau und Estrich weiter geht. Da kannst du dir beliebig viel Zeit nehmen. Die Bandbreite schwankt zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten. Ich habe damals aus diversen Gründen 8 Wochen genommen und wir sind super durch gekommen. Eine Überschreitung des Fensters kann im schlimmsten Fall zur Neueintaktung des Hauses kommen, was dann mehrere Monate Verzug bedeuten kann.

Und nun zur persönlichen Meinung :-)
Spare nicht an LAN und sonstiger Infrastruktur wie z.B. üppige Sat-Verteilung. Ein Haus im Jahre 2018 und nur ein klein wenig Technikaffinität nur mit WLAN versorgen zu wollen, ist m.M. am Thema vorbei.

Wir haben nur 8 Twindosen im Haus verteilt (einige hier haben 16 und mehr) und nutzen jetzt gerade 6 LAN-Stränge (zwei Ubiquiti APs und 4 fest angeschlossene Clients). Aber so einfach wie im Rohbau wirst du nie wieder die Leitungen (was in diesen Dimensionen Centartikel sind) einbauen können.

Ursprünglich wollte ich nach und nach LCN als Automatisierung hochrüsten. Leider haben wir den Erstinvest zu lange vor uns her geschoben, sodass ich im Februar diesen Jahres dann auf z-Wave mit Fibaro-Komponenten gewechselt bin.
Freie Planung mit Keller auf Basis irgendeines Medleys
167 m², WiGa, 2,15 m Kniestock und Garagen im Keller
LWZ 304 Trend, nichts solares und kein Ofen
Automatisiert mit z-wave und dem HC2
Unsere Grundrisse und andere Impressionen (Update 9.9.17)

TobiSchu
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Re: Elektroplanung mit Eigenleistungen

Beitrag von TobiSchu » Mo 6. Aug 2018, 12:31

Vielen Dank für eure Nachrichten. Mit so schnellen Antworten habe ich nicht gerechnet.
Es freut mich jedoch.

Danke für die ausführliche Information.
Diese persönlich Meinung teile ich auch. Ich bin zudem noch recht technikafin und habe Spaß an solchen Sachen.
Bezüglich der KNX-Geschichte habe ich mich mit meiner Patnerin auch lange auseinander gesetzt.
Letztendlich habe ich lieber ein "paar" Kabel mehr in der Wand liegen und brauche sie nicht, als zu wenige und nach 2 Jahren fehlt an einigen Ecken noch was. Dann wird es nämlich richtig teuer und aufwendig.

Gruß Tobias

MarkL.
Architekt
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Re: Elektroplanung mit Eigenleistungen

Beitrag von MarkL. » Mo 6. Aug 2018, 12:49

Bei der Abnahme solltest du nur beachten, dass die Netzbetreiber nur für Sie zugelassene Handwerker für den letzten Anschluss zulassen. Je nach dem ob dein Bekannter in dem Versorgungsgebiet dies machen darf, kann es sein, dass du einen Externen auch noch mal bestellen musst.

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