Drainage bei Keller und Hanglage

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Robert30
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Robert30 » Mi 21. Jun 2017, 20:46

Was ich auf alle Fälle machen würde, sind - egal ob weiße Wanne oder nicht - hochwassersichere Fenster.
Mir ist bei einem "Jahrhundertregen" das Wasser vom Hang direkt in den Lichtschacht rein. Das Fenster gab sofort nach.
Der Gutachter war schon sehr überrascht, dass das Fenster nicht Hochwassersicher ist.

Laut Gutachter ist eine weiße Wanne ein Kunstrukt, welches bis um Bemessungswasserstand dicht sein muss.
Dieser ist laut Gutachten, welches am Anfang gemacht wurde, unbekannt, daher zählt hier die (glaube) die
Geländeroberfläche als "Dichtlinie".

Hier spielt - laut Gutachter - die Ausführung des Lichtschachts keine Rolle. All meine Arbeitskollegen haben
hochwasserdichte Fenster (trotz druckwassersicheren Lichtschacht) in Ihren WU Keller.

Egal wer nun Recht hat - nach meiner Erfahrung, rate ich immer zu diesen Fenstern, welche ich nun nachträglich
verbaut habe.

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Vio300 BaWü
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Vio300 BaWü » Do 22. Jun 2017, 08:06

BigNose82 hat geschrieben:Grundsätzlich gilt: Wer viel fragt, bekommt viele Antworten. Wer offiziell fragt, bekommt noch mehr Antworten.
Ich würde (bzw. bin) erstmal direkt auf den zuständigen Entscheider bei den Wasser-/Stadtwerken/Abwasserverband oder wer auch immer bei euch zuständig ist, zugehen. Die Situation schildern und in den Antworten zwischen den Zeilen hören und interpretieren. Wenn da so ein Sesselpupser sitzt, ok, dann kannste nix machen.
In dem Fall würde ich im zweiten Schritt die Genehmigung einer Ausnahme ausloten.
Bei uns im Baugebiet ist jemand auch so verfahren. Hier braucht man besondere Schächte. Das wollte sich ein Nachbar sparen. Die Gemeinde hat das dann überprüft und Ende vom Lied war, dass alles aufgegraben werden musste und nachgebessert. Diese hohen Kosten..... hätte man sich sparen können, indem man das Gespräch mit der Gemeinde sucht :(

Bei uns heißt Grundsätzlich nämlich "isso!" Egal dass alle Nachbarn um uns herum in den Kanal ableiten. Da gab es noch keine Satzung und heute baut man sowieso anders. Deswegen sind wir vermutlich die einzigen im Dorf mit einer WW :roll:

Eine Drainage muss man auch von einem Fachbetrieb spülen lassen. Kostet auf die Jahre verteilt auch nicht wenig Geld.
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von BigNose82 » Do 22. Jun 2017, 08:24

Vio300 BaWü hat geschrieben:Bei uns im Baugebiet ist jemand auch so verfahren.
Wo ist die Stelle an der ich dazu aufrufe illegal zu verfahren??? Von so einer Behauptung möchte ich mich eindeutig distanzieren!
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Vio300 BaWü
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Vio300 BaWü » Do 22. Jun 2017, 12:21

BigNose82 hat geschrieben:
Vio300 BaWü hat geschrieben:Bei uns im Baugebiet ist jemand auch so verfahren.
Wo ist die Stelle an der ich dazu aufrufe illegal zu verfahren??? Von so einer Behauptung möchte ich mich eindeutig distanzieren!
Das hab ich auch nicht so gemeint. Sondern nur allgemein. Sorry
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von BigNose82 » Fr 23. Jun 2017, 06:24

Ok! Aber wenn ich zitiert werde und im direkten Bezug darauf dann jemand aufgeführt wird, der einfach ohne Genehmigung irgendwas baut, frag ich kurz nach :-)
Ich habe bei unserem Bau durchweg die Erfahrung mit den zuständigen Ämtern bzw. Sachbearbeitern gemacht, dass sie uns konstruktiv unterstützt haben. Selbstverständlich haben wir nichts ohne Genehmigung umgesetzt.
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Würzburger » Mi 9. Mai 2018, 11:37

So, dann belebe ich das Thema hier mal wieder. :)

Uns wurde auch eine Drainage empfohlen (leichte Hanglage, lehmiger Boden).
Nun kam der Erdbauer beim Baustellengespräch auf die Idee, die Drainage in das Regenrückhaltebecken unterhalb unseres Grundstücks zu leiten.
Der Herr auf dem Bauamt der Gemeinde sieht darin kein Problem (mündliche Aussage).

Würdet ihr das machen? Welche Vorteile hätte das für uns?

Im Moment stelle ich mir folgende Fragen:
- Was passiert, wenn das jemand anderes auf der Gemeinde nicht so sieht wie der Kollege im Bauamt?
- Gibt es überhaupt einen vernünftigen Grund, das Wasser nicht auf dem eigenen Grundstück versickern zu lassen?

Ich freue mich auf eure Antworten. :D
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Neo2017 » Mi 9. Mai 2018, 12:59

Bei uns war laut Bodengutachten keine Versickerung auf unserem Grundstück möglich, da wir auch einen lehmigen Boden haben.
Wie sieht das bei euch aus mit der Versickerung? Ist eine Einleitung der Drainage in den Kanal nicht zulässig?

Das mit dem Rückhaltebecken würde ich mir auf jeden Fall schriftlich geben lassen.
Wie weit ist das von euch weg? Dorthin muss ja dann auch ein Graben mit Rohren gezogen werden, was auch nicht immer ganz günstig ist.
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Würzburger » Mi 9. Mai 2018, 14:17

Eine Einleitung in den Kanal ist laut Bebauungsplan nicht zulässig.
Laut Bodengutachten wäre eine Versickerung auf dem Grundstück möglich.

Das Regenrückhaltebecken grenzt direkt an unser Grundstück. Der Mehraufwand sollte sich in Grenzen halten.

Wir werden auf jeden Fall versuchen, uns das von der Gemeinde schriftlich bestätigen zu lassen.
Zuletzt geändert von BigNose82 am Mi 9. Mai 2018, 14:28, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Überflüssiges Zitat entfernt
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Elphaba206 » Fr 11. Mai 2018, 12:33

Bei uns liegt das Becken auch hinter dem Grundstück. Unsere Architektin riet von einer Versickerung nach dort aber ab. Zum einen hätten wir zum Verlegen der Drainage auch ein Stück Feldweg aufbuddeln müssen, da muss die Gemeinde schon zustimmen.
Dann benötigst du eine Rückstausicherung, also wieder einen Kontrollschacht, damit man da noch dran kommt und zu guter letzt, hatte die Architektin die Befürchtung, dass die Rückstauklappe auch viel schneller zugesetzt wird.

Ganz am Ende ist es bei uns eine weiße Wanne geworden, aber aus anderen Gründen.

Solltet ihr euch dafür entscheiden, auf jeden Fall immer alles schriftlich geben lassen.

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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von michl86 » Di 15. Mai 2018, 07:02

Da häng ich mich direkt auch mal dran:

Ich lese hier eigentlich immer nur entweder Gebäudedrainage oder Weiße Wanne.
Jetzt ist es so, dass bei uns von Anfang an der Keller mit Weiße Wanne geplant wurde.

Am Wochenende kam nun unser Bodengutachten mit dem Zitat:
"Die Abdichtung des Grundbauwerks erfolgt gemäß DIN 18533 für die Wassereinwirkungsklasse W1-E gegen nicht drückendes Wasser, was die Herstellung einer funktionstüchtigen Gebäudedrainage erforderlich macht.“
Von weißer Wanne bzw. WU-Beton ist in dem ganzen Absatz nicht die Rede, was mich wundert, denn bei meinen Vorrednern wurde alternativ die Weiße Wanne vorgeschlagen..

Heißt das nun, dass wir die Drainage in jedem Fall - trotz WU-Beton-Keller - benötigen?

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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von BigNose82 » Di 15. Mai 2018, 07:36

Nein, natürlich nicht :-)
Das Bodengutachten geht von nicht drückendem Wasser aus. Dies ist nur gegeben, wenn es abfließen kann, also z.B. durch eine Drainage. Meistens ist die Einleitung des Drainagewassers in den Kanal nicht erlaubt, Versickerung unmöglich und somit kann nicht gewährleistet werden, dass niemals drückendes Wasser ansteht... -> Weiße Wanne. Die WW kannste in einen See werfen und sie ist trotzdem dicht.

Bei uns war dieses Ungetüm auch ratzfatz auf dem Plan. Konnten das aber erfolgreich verhindern ;-)
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von michl86 » Di 15. Mai 2018, 18:37

Weiß nicht ob du mich richtig verstanden hast, BisNose82.
Ich will die weiße Wanne auch nicht verhindern, sondern haben!
Mich wundert nur, dass im Gutachten weder darauf eingegangen wird, dass wir ja mit weißer Wanne planen, noch die weiße Wanne als Alternativvorschlag genannt wird (so wie das bei einigen meiner Vorredner war).
Und jetzt frage ich mich eben, ob ich eine Drainage brauche oder nicht.

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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von Elphaba206 » Di 15. Mai 2018, 20:30

Wenn Du eine weiße Wanne baust, benötigst du keine Drainage.

Eventuell steht die weiße Wanne auch nur nicht im Klartext bei euch im Gutachten. Schau mal, ob an einer Stelle im Gutachten auch nur von einer Abdichtung nach DIN .... die Rede ist. So war es bei uns und diese Abkürzung stand für die weiße Wanne. Falls Du dann immer noch unsicher bist, den Geologen anrufen. :)
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von BigNose82 » Mi 16. Mai 2018, 05:47

Nein, bei weißer Wanne brauchst du keine Drainage. Der Gutachter hat das aufgeschrieben, was seiner Einschätzung nach mit vernünftigen finanziellen Mitteln zu realisieren wäre.
Die WW ist quasi der Bunker und sticht eh alles aus :-)
Warum willst du die unbedingt haben?
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Re: Drainage bei Keller und Hanglage

Beitrag von michl86 » Mi 16. Mai 2018, 06:09

Du hast den Grund bereits gesagt. Er sticht alles aus.
Und was unter der Erde liegt und später nicht mehr zugänglich ist, dafür investiere ich dann gern die 10.000 Euro und bin im Gegenzug dazu jegliche sorgen bezüglich Feuchtigkeit im Keller los. ;-)

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