Einsparpotential und Eigenleistung

Alles rund um die Angebotsfindung. Warum FingerHaus.
Solar
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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von Solar » Di 13. Nov 2018, 08:14

Meine Einschätzung:
wenn man alles, was ihr als Eigenleistung deklariert, auch wirklich selbst macht bzw. machen könnt, dann kann man sicherlich den ein oder anderen Euro sparen. Eure Arbeitszeit muss ja nicht bezahlt werden. ABER: wenn ihr das, was ihr aus dem Umfang von FH rausnehmt, anderweitig vergeben wollt/müsst, dann lasst es lieber von FH machen. Aktuell sind die Preise (zumindest in unserer Gegend) vieler Handwerker ins unermessliche gestiegen im Vergleich zu vor 10 - 15 Jahren. Und dann muss man auch noch bedenken, dass viele Handwerker gar keine Zeit mehr haben, da so viele Aufträge anstehen. Wir z.B. hatten damals noch Glück mit unserem Erdbauer. Wenn ich heute mit ihm rede, sagt er mir was von Wartezeiten von über einem Jahr.
Nochmals in Kurzform: wer selbst viel kann und macht, kann mit Eigenleistung sparen. Wer alles vergeben möchte, mit dem Glauben, es günstiger als bei FH zu bekommen, der sollte es lassen.

BigNose82
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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von BigNose82 » Di 13. Nov 2018, 08:44

Nö, der letzten Pauschalaussage widerspreche ich voll und halte dagegen, dass sich je nach Verhandlungsgeschick, Netzwerk, ein wenig Glück und ausreichend langer Planung, auch bei Fremdvergabe viel sparen lässt.
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Shadow85
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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von Shadow85 » Di 13. Nov 2018, 09:02

Da gebe ich Nose absolut recht. Nur darf man nicht erwarten heute z.B. zu einem Tiefbauer zu gehen, damit er morgen den Aushub macht. Man sollte die Gewerke halt schon rechtzeitig vorher abklopfen.

Noch kurz zu den Wänden: wir haben diese nach dem Spachteln (Q2) direkt grundiert und gestrichen. Sieht sehr gut aus. Zwei Decken wurden auch in Q3 gespachtelt, allerdings nur weil hier eine indirekte Beleuchtung die Decke anstrahlt.

Und wegen handwerklichem Geschick ... kein Witz, ich kenne Leute die haben für ihre Wohnung einen Elektriker kommen lassen um die Lampen aufzuhängen und Handwerker um die Gardinenstangen anzubringen. ;)

Solar
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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von Solar » Di 13. Nov 2018, 09:28

Wie gesagt, das ist meine persönliche Einschätzung. Wir haben ein paar wenige Dinge anderweitig vergeben und aus einer Vielzahl von Anbieter in der Umgebung ausgewählt. Teilweise wurde ca. 1 Jahr vor Baubeginn schon nach Handwerkern gesucht und verhandelt. Dies hat uns gezeigt, dass man dadurch nicht wirklich viel spart bzw. aus aktueller Sicht ein Handwerker sich preislich nicht viel "drücken" lässt, da noch genug andere Kunden da stehen. Das Material ist nicht das Problem sondern die Stunden. Ein Beispiel von uns: das Fliesen legen. Dies war definitiv unterm Strich genauso teuer wie bei FH.
Und was man auch bedenken sollte: günstig ist nicht immer gleich gut. Unser Nachbar hat z.B. einen Fliesenleger gehabt, der "spottbillig" war. Tja, aber das Wasser aus der bodenebenen Dusche ist dann auch nicht in den Abfluss sondern ins Badezimmer gelaufen...

Wenn in eurer Region die Preise noch nicht so übertrieben hoch sind, dann macht das sicherlich sinn, das vorab mal zu klären, gewisse Dinge zu vergeben. In unserer Region ist es eben sehr schwierig, gute Arbeit für einen angemessenen Preis zu bekommen. Ich habe einen Vergleich von 2012 zu 2018. Selbst da sind die Preise teilweise exorbitant gestiegen, dass man schon genau hinschauen muss, wo man sparen kann und wo nicht.

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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von BigNose82 » Di 13. Nov 2018, 10:19

Jo, so hört sich das ja auch ganz anders an :-) Nicht mehr pauschal, sondern auf euch individualisiert. So kann dann wahrscheinlich jeder seine Geschichten erzählen und so kann man sich (finde ich) besser ein Bild machen, als wenn man pauschal "Lohnt sich nicht" vor den Latz geballert bekommt.
Die Thematik mit den Fliesen war bei uns z.B. exakt umgekehrt.
Preislich noch vierstellig unter dem rechnerischen Gesamtpreis der durch die Aufbemusterung entstanden wäre und qualitativ m.E. nicht zu toppen. So wie ich das auf vielen Fotos sehe, fliest FH möglichst verschnittarm. Das hat dann hier und da zur Folge, dass quasi keine Symmetriefugen existieren. Wenn z.B. von der letzten Fliese an der Seitenwand der Dusche 1/3 abgeschnitten werden muss, dann wird damit halt an der Stirnwand weiter gemacht. Wenn nicht im Verbund, sondern auf Kreuzfuge gelegt wird, hat man die senkrechte(n) Fuge(n) leider nicht mittensymmetrisch.
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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von Solar » Di 13. Nov 2018, 10:45

Vielleicht klang der letzte Satz etwas zu pauschal. Das Gewicht lag aber eher auf "meine Einschätzung".
In Bezug auf die Qualität: hier muss man ganz klar auch die regionalen Unterschiede beachten. Und zwar, wenn es um die Gewerke geht, die FH vergibt. Zwar gibt es sicher auch bei FH-Gewerken Unterschiede, jedoch ist die Gefahr größer, bei vergebenen Gewerken alles von gut bis schlecht zu bekommen. Bei uns war es z.B. die Fa. die den Außenputz aufgezogen hat. Problem war u.a., dass die von FH beauftragte Fa. nochmals untervergeben hat und FH das scheinbar gar nicht wusste bzw. die Qualität der Arbeiten nicht kannte.

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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von Shadow85 » Di 13. Nov 2018, 11:39

Mal ein paar Beispiele die mir spontan einfallen von Gewerken, die wir vergeben haben:

- Spachteln --> Einsparung ggü. FH: 2000€
- Fließen --> Einsparung ggü. FH: 2000 - 3000€
- Türen --> Einsparung ggü. FH: 1000€

Das sind schon 5000 - 6000€, die ich ohne Eigenleistung gespart habe.

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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von Solar » Di 13. Nov 2018, 14:25

Interessante Beispiele, die verdeutlichen, dass es sehr große regionale Unterschiede gibt.
Wie gesagt, bei uns ist (nicht nur) am Beispiel des Fliesenlegens ganz klar ersichtlich gewesen, dass wir bei der Vergabe dieser Arbeiten zumindest keine 4-stelligen Einsparungen (wie bei Shadow85) erreichen konnten.

Was aber für die Fragestellerin/den Fragesteller sehr wichtig ist, sind rechtzeitige Anfragen bei den einzelnen Handwerkern. In unserer Gegend sind die Handwerker teilweise so ausgelastet gewesen, dass z.b. auf schriftliche Anfrage noch nícht mal mit einer Absage geantwortet wurde.

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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von wosch87 » Di 13. Nov 2018, 14:44

Jo, da hat Solar recht - eine gute Planung und der Wille dann auch aktiv zu werden was Termine verfolgen usw. angeht, muss dann auch da sein. Wer das nicht will / kann ist bei Fingerhaus besser aufgehoben, denn die takten alles durch.

Wir hatten außer Erarbeiten nur PV fremd vergeben (alles andere selbst gemacht) und da hat es überspitzt gesagt niemanden auch nur entfernt interessiert, was und ob wir da mit der lokalen Firma ausgemacht haben. Selbst auf vom BL bestätigte Termine wurde da keine Rücksicht genommen. Da muss man also schon Eigeninitiative für die Planung und Verfolgung einbringen - v.a. wenn man viel vergibt!

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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von AnnaLena1906 » Di 13. Nov 2018, 19:36

Wir haben zwar kein Großes Netzwerk im Handwerkerbereich, allerdings immerhin einen Tiefbauer in der Familie.
Dadurch soltle zumindest das Problem, einen Tiefbauer zu finden, behoben sein.
Was die anderen Gewerke betrifft wollte ich mich frühzeitig um Angebote bemühen und zwar unmittelbar nach dem Architektengespräch.

Kann man denn noch bis zur Bemusterung entscheiden, ob man Gewerke wie zb spachteln Vergibt/selbst macht oder von FH ausführen lässt?

Für uns kommt für eine Fremdvergabe nur die Türen, Fliesen im EG und Spachteln infrage.
Den Easyputz wollen wir vorher mal testen, wenn das gut klappt selbst machen und Parkett/Laminat/Vinyl im OG verlegen sollte kein Problem sein.

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Re: Einsparpotential und Eigenleistung

Beitrag von wosch87 » Di 13. Nov 2018, 20:46

AnnaLena1906 hat geschrieben:
Di 13. Nov 2018, 19:36
Kann man denn noch bis zur Bemusterung entscheiden, ob man Gewerke wie zb spachteln Vergibt/selbst macht oder von FH ausführen lässt?
Jup, das geht bei der Bemusterung alles.

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