Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Kosten, Einzug, Nachbarn, Grillen.....
BigNose82
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Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von BigNose82 » So 4. Feb 2018, 15:22

Am Ende einer harmlosen e-Mail Konversation mit dem FH-Kundendienst stand ein kleiner, aber feiner Satz, der mich etwas nachdenklich gemacht hat.
"...dies könnte z.B. ein lokaler Fachbetrieb im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen, jährlichen Heizungswartung übernhemen."

Auf meine Rückfrage, welches Gesetz einem privaten Betreiber einer Heizungsanlage mit WP eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb vorschreibt, wurden mir prompt drei, vier von uns unterschriebene Dokumente zugesandt, in denen auf die Notwendigkeit einer Heizungswartung hingewiesen wurde. Ok, Thema Haftungsauschluss im Gewährleistungsfall abgefrühstückt. Dabei handelt sich allerdings um einen Zeitraum von zwei, maximal fünf Jahren. Die Standzeit einer Heizung kann allerdings gerne mit 15-20 Jahren angenommen werden, die des Hauses selber mit weitaus mehr.

Eine weitere Rückfrage mit konkretisierter Frage blieb leider unbeantwortet.
Weiß von euch jemand mehr? Gibt es ein Gesetz, das uns Betreibern eine Wartungspflicht in einem jährlichen Intervall, durchgeführt von einem Fachbetrieb, vorschreibt? Die EnEV ist es sicher nicht.

Im Umkehrschluss würde ich mich ja dadurch, dass keine weiteren, außer der unbedingt zur Ganrantieerhaltung nötigen zwei externen Wartungen geplant sind, strafbar machen. Was ist das Kontrollorgan? Desweiteren würde das für den "kontinuierlichen Selbstinstandhalter" horrende Kosten über die Standzeit des Hauses bedeuten. Warum wird dieser Satz in dieser "Härte" in der Mail geschrieben?
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von wosch87 » So 4. Feb 2018, 15:34

Ich kann mir nicht vorstellen, dass es ein Gesetz (!!) gibt, dass einen dazu zwingt die Wartung vom Fachbetrieb machen zu lassen! Wenn es sowas gäbe, dann sicherlich für Autos usw. ebenfalls. Wir wohnen nun ja alle sicherlich schon länger in einem Haus mit Heizung, und - ich spreche für mich und Familie - haben noch nie von einem Gesetz gehört, außer wenn es eben um die Aufrechterhaltung der Garantie geht, wobei das dann ja auch kein Gesetz ist.

Es gibt manche Fälle, wo man indirekt zu einer Wartung durch den Fachmann gezwungen wird, da sonst die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt (zB Rückstausicherungen). Aber selbst da gibt es kein Gesetz.

Vermutlich ist deshalb Deine Frage auch unbeantwortet geblieben ;)

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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von ChristianM » So 4. Feb 2018, 15:40

So weit mir bekannt gibt es bei einer Wärmepumpe nur eine vorgeschriebene jährliche Prüfung des Kältemittelkreislaufs auf undichte Stellen, sofern die Wärmepumpe mehr als drei Kilogramm Kühlmittel enthält. Unsere Vitocal 222-G hat jedoch nur 1,8 kg. Wir lassen keine Wartung durchführen.

BigNose82
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von BigNose82 » So 4. Feb 2018, 15:58

Nope, die Dichtheitsprüfungen richten sich nicht mehr stumpf nach der Füllmenge, sondern nach dem GWP (global warming potential) des jeweiligen Kältemittels multipliziert mit der Füllmenge. Ist der Wert kleiner als 5 t CO2 Äquivalent, ist keine Dichtheitsprüfung erforderlich.
Die LWZ enthält z.B. 2,5 kg R407C mit einem GWP von 1774. Damit ergibt sich ein CO2 Äquivalent von 4,4 t und damit ist keine Dichtheitsprüfung erforderlich.
Die 1,8 kg R410A in deiner Vitocal haben z.B. ein CO2 Äquivalent von 3,8 t. Also auch keine Pflicht für eine Dichtheitsprüfung.
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von Dr. Bob » So 4. Feb 2018, 17:46

Auszug aus der EnEV 2016

§ 11 Aufrechterhaltung der energetischen Qualität
...
(3) Anlagen und Einrichtungen der Heizungs-, Kühl- und Raumlufttechnik sowie der Warmwasserversorgung sind
vom Betreiber sachgerecht zu bedienen. Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad solcher
Anlagen sind vom Betreiber regelmäßig zu warten und instand zu halten. Für die Wartung und Instandhaltung ist
Fachkunde erforderlich
. Fachkundig ist, wer die zur Wartung und Instandhaltung notwendigen Fachkenntnisse
und Fertigkeiten besitzt.


Naja. Das kann ja alles heißen. Von "jährlich" ist nirgend etwas zu finden, jeweils nur regelmäßig. Aber das ist sehr dehnbar.Es gibt ja regelmäßig alle etwa 40000 Jahre Warm- und Kaltzeiten auf der Erde... :-P
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von Karle » Di 6. Feb 2018, 20:35

naja gut regelmäßig könnte ich dem Fall schon jährlich sein, da man das als branchenüblich ansehen könnte.

Nicht desto trotz mache ich es auch so, dass ich die Anlage alle 2 Jahre vom Fachbetrieb warten lasse (wegen der 5 Jahre Garantie), dazwischen mache ich alles selbst ... und wenn ich sehe wie schnell der Kundendienst mit der Anlage durch ist kann der nie und nimmer so sauber arbeiten wie ich.

Das einzige was ich nicht selbst machen kann ist die Prüfung der Dichtheit vom Kühlkreislauf oder dort was nachfüllen.

Hat das schon mal wer machen lassen bzw. ist bei jemand schon mal eine nennenswerte Menge entwichen ?

Gruß

Karl
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von b54 » Mi 7. Feb 2018, 08:25

Bei einer Gasheizung könnte ich mir das ja noch vorstellen, da ja da auch ein gewisses Gefahrenpotential herrscht, aber auch hier gibt es KEINE gesetzlich vorgeschriebene Pflicht und regelmäßig liegt ja auch im Auge des Betrachters. Die Heizungshersteller nutzen das halt um Umsatz zu generieren, wer einmal genau bei einer Wartung zugeschaut hat, weiß was ich meine ;)
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von BigNose82 » Mi 7. Feb 2018, 08:34

Deshalb habe ich auch diesen Threadtitel gewählt ;-)
Mich hat dieser Satz in der Mail ziemlich geärgert. Und noch mehr, dass auf die gezielte Rückfrage keine Antwort mehr kam, außer das immerwährende Haftungsauschlussgeseier.

Es gibt kein Gesetz, das einem eine jährliche Wartung durch einen Fachbetrieb vorschreibt. Vorgeschrieben ist, die Effizienz hoch zu halten (vgl. EnEV). Der ambitionierte, aber unsichere DIY-Anlagenbetreiber könnte durch so eine Aussage zum Abschluss eines Wartungsvertrages geleitet werden. Da gehts um tausende Euro!!!
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von Friedel » Mi 7. Feb 2018, 10:57

Der Witz ist ja, dass der Wartungsvertrag bei Stiebel auch nur eine Wartung alle zwei Jahre vorsieht. Von daher glaube ich auch, dass das mit der gesetzlich vorgeschriebenen jährlichen Wartung Blödsinn ist.

Vll. halten manche bei FH ihre eigenen Normen inzwischen für gesetzliche Regelungen. :roll:
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von BigNose82 » Mi 7. Feb 2018, 11:21

Eben, das kommt kommt ja nochmal on top. Auch wenn es da "nur" um Garantie/Gewährleistung geht. Wie kann denn ein Lieferant sagen, dass die Garantie auf die Heizung nur dann fünf Jahre beträgt, wenn sie jährlich gewartet wird, man selber aber ein Zertifikat vom Hersteller in der Hand hält, was einem 5 Jahre Garantie gewährt wenn in dieser Zeit nur zwei mal offiziell gewartet wird?

Edit: Ok, FH wird bei einem Schaden an der Gesamtanlage, der nichts mit dem Wärmeerzeuger zu tun hat, die Gewährleistung dann ausschließen. Aber wie wahrscheinlich ist ein katastrophaler Schaden innerhalb der ersten fünf Jahre. Außerdem stellt sich die Frage, ob z.B. eine plötzliche Undichtigkeit im Boden mit folgender Flutung des Estrichs durch eine Wartung hätte erkannt werden können... Neue Diskussion, aber nur eh nur für den gewährleistungsrelevanten Zeitraum interessant.
Hier gehts ja um die gesamte Lebensdauer des Hauses...
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von Friedel » Mi 7. Feb 2018, 11:32

Naja, wenn ich die 5 Jahre Garantie von Stiebel hab interessiert mich die Gewährleistung von FH nicht mehr wirklich.
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von Friedel » Mi 7. Feb 2018, 12:55

Ist aber eine interessante Frage ob FH die gesetzlich vorgeschriebene Gewährleistung ausschließen kann wenn von FH einseitig geforderte Wartungsmaßnahmen nicht durchgeführt werden. Nur weil FH sich das unterschreiben lässt, heißt das noch lange nicht, dass deshalb keine Gewährleistung mehr besteht.
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von wosch87 » Mi 7. Feb 2018, 13:20

So dunkel an die Schule zurück erinnert würde ich sagen, dass man Gewährleistung überhaupt nicht ausschließen kann, solange man hier nicht vorsätzlich etwas "kaputt" macht - und selbst das müsste man dir nachweisen können. Bei den 5 Jahren dürfte es sich aber doch eher um eine Garantie für die Anlage selbst handeln und nicht um die Gewährleistung vom Haus nach BGB, oder?
Wäre es die Garantie, darf Fingerhaus so gut wie alles fordern, da es sich um eine freiwillige Leistung handelt.

Aber den mMn entscheidenden Satz hast du vorher geschrieben: die Garantieansprüche würde / könnte / sollte man an Stiebel stellen und nicht an Fingerhaus.

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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von GERWildcat » Mi 7. Feb 2018, 19:30

Nur mal so rumgesponnen:

Am Heizkreisverteiler geht was kaputt und die Bude läuft mit Heizungswasser voll (also das was da halt drin ist).

Jetzt stellt jemand fest dass dort ein unzulässig hoher Druck auf dem Bauteil gelastet hat. Der Druck kann dann ja nur von der LWZ kommen. Wurde diese dann nicht gewartet, kann man aus der Garantie raus.

Die Gewährleistung bezieht sich ja sowieso nur auf den Übergabezustand. Alles was danach entsteht (wenn keine unmittelbare Folge des Übergabezustandes) ist eine Sache für die Garantie...
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Re: Heizungswartung durch Fachbetrieb gesetzlich vorgeschrieben oder Nepp am Kunden?

Beitrag von BigNose82 » Mi 7. Feb 2018, 20:15

Jo, ist sicherlich richtig. Vielleicht kann man z.B. durch Logdaten zeigen, dass alles i.O. war. Keine Ahnung. Aber wie gesagt, es soll hier nicht um Garantie und Gewährleistung gehen.
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